Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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. 13 Nach dieſem Vorfall kehrte übrigens auf dem Ge⸗ ſicht des Jägers die vorige Ruhe und Unbefangenheit

zurück; er ſtritt über keinen Gegenſtand, ſchien ſogar

über manche Dinge ſich behutſam auszudrücken. Als aber das Geſpräch unter den beiden Reiſenden, da die hereinbrechende Nacht ihre Aufmerkſamkeit auf die Gegend hemmte, auf einige neuere Ereigniſſe und auf Politik kam, ſchien es dem jungen Mann aus der Mark, obgleich er die Züge ſeines Nachbars nicht mehr gut unterſcheiden konnte, ſein Athem gehe ſchneller, ſeine Rede werde wärmer, kurz, man habe einen Punkt der Unterredung getroffen, welcher für den Schwaben von hohem Intereſſe ſei. Man ſprach von der Geſtalt und der inneren Kraft Deutſchlands. Mit einer gewiſſen Erbitterung zog jener eine Parallele zwiſchen Jetzt und Sonſt, die nicht gerade zum Vortheil der neueren Zeit ausfiel. Der Fremde, deſſen Grundſätze im Ganzen nicht mit dieſen Anſichten übereinſtimmen mochten, gab ihm dennoch, nicht ohne einiges Selbſtgefühl, die letz⸗ ten Sätze zu. Unglücklicher Weiſe fing er ſeinen Satz: Ich bin ein Preuße an, und reizte dadurch un⸗ willkürlich den Unmuth des jungen Mannes noch mehr auf. Denn dieſer vergaß nun jede Rückſicht der Klug⸗ heit; mit einer Beredſamkeit, die an jedem andern Orte dienlich geweſen wäre, ſuchte er ſeine Meinung durch⸗ zuführen und nichts war ihm zu hoch, das er nicht mit

ſeinem eigenen Maßſtab gemeſſen hätte. Der Preuß L. der ſolche Leute nur vom Hörenſagen und unter dem

gefährlichen NamenKöpeniker kannte, erſchrak über dieſe Außerungen. Konnte nicht der Poſtillon, konnte 1. Hauffs Werke⸗ IV⸗ 2

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