Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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treten, Palvi werde leicht zu verſoͤhnen ſein. Aber die Stadt wußte, daß heute ihre Verlobung ſei. Ihr Vater hat dem Geliebten ſogar das Haus verboten, würde er jemals einwilligen, ſie glücklich zu machen? Nein! Scham vor der Welt, Reue, Angſt, warfen ſie nieder. Bleich, erſchöpft und zitternd fand ſie der Stallmeiſter, als er bald darauf ernſter, als zu dieſem fröhlichen Tag ſich ſchickte, in Eliſens Zimmer trat..

Ich muß Ihnen eine ſonderbare Nachricht geben, ſagte er bewegt, indem er ſich zu ihr ſetzte, und beſchäf⸗ tigt mit ſeinen Gedanken, ihre Verwirrung nicht be⸗ merkte.Palvi iſt weggereist, und zwar auf immer.

Er iſt todt! rief ſie.Gewiß, ſchnell, ſagen Sie es nur heraus, er hat ſich getödtet!

Nein, erwiderte Rempen,er hat mir einen

Brief zurückgelaſſen, worin er Sie und mich zum letz⸗

tenmal begrüßt. Er iſt nach Frankreich gegangen. Dorthin lautet auch ſein Paß, wie mir ſo eben mein Onkel erzählte.

Eliſe ſchwieg. Sie fühlte, daß ſie in dieſem Augen⸗ blick erſt ihn ganz verloren habe; aber ſie hatte Kraft genug, jeden Laut des Kummers zu unterdrücken.

Doch was Sie noch mehr befremden wird, fuhr er fort,jenen Roman, den Sie uns letzthin erzählt haben, hat uns der Autor ſelbſt vorgeleſen.

Palvi! rief ſte in ſo eignem Ton, daß der Stall⸗ meiſter erſchrak.Er wäre

Hüon, der Autor der letzten Ritter von Marien⸗ burg. Er ſteht ſchon in öffentlichen Blättern, und hier ſchickt er mir und Ihnen dieſes Werk. Der Stall⸗

W. Hauffs Werke, III. 13