Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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werde, o Gott im Himmel, ich werde ein unruhiger Kopf, ein gefährliches Indisidnum; und doch lebte ich ſtill und harmlos wie Wilhelm Tell im vierten Akt!

So ſprach der unglückliche Bolnau hei fi. ſeine Angſt vermehrte ſich, als er über die verfängliche Frage wegen der nächſten Redoute nachdachte.Er meint gewiß, ich werde mich nicht in die Nähe der Sängerin wagen, aus böſem Gewiſſen; aber ich muß hin, ich muß ihm dieſen Verdacht benehmen! Und doͤch wird mich nicht in ihrer Nähe ein Zittern und Beben überfallen, gerade weil er glauben kann, ich werde aus Gewiſſens⸗ biſſen und Angſt zittern? Er quälte ſich ab mit dieſen Vorſtellungen, ſie beſchäftigten ihn Tagelang, er er⸗ innerte ſich, daß ein berühmter Schriftſteller in einer Schrift bewieſen habe, daß man Angſt vor der Angſt haben könne, und dies ſchien ihm ganz ſein Fall zu ſein. Aber er fühlte, daß er ſich ein Herz faſſen und der Gefahr entgegen gehen müſſe. Er ließ ſich vom Maskenverleiher den prachtvollen Anzug des Paſcha von Janina holen; er zog ihn alle Tage an und übte ſich vor einem großen Spiegel, recht unbefangen aus ſeiner Maske hervorzuſchauen. Er machte ſich aus ſeinem Schlafrocke eine Puppe und ſetzte ſie auf einen Seſſel; ſie ſtellte die Sängerin Bianetti vor. Er ging als Paſcha um ſie her, näherte ſich ihr und ſprach:Es freut mich unendlich, Sie in ſo erwünſchtem Wohl⸗ befinden zu ſehen. Am dritten Toge konnte er ſeine Eektion ſchon ganz ohne Zittern ſagen, daher legte er ſich noch Schwereres auf. Er wollte recht artig und un⸗ hefangen ſein und ihr einen Teller mit Bonbons und