Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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153 ſo ſchmerzlich, daß ich nicht anders glaube, als ſo heißt der Mörder; aber bitte, verrathen Sie mich nicht! Der Direktor hatte den Grundſatz, daß kein Menſch, er ſehe ſo ehrlich aus als er wolle, zu gut zu einem Verbrechen ſei. Der Commerzienrath Bolnau, und einen andern wußte er nicht in dieſer Stadt, war ihm zwar als ein geordneter Mann hekannt, aber hatte man nicht Beiſpiele, daß gerade ſolche Leute, denen man vor der Welt nichts nachſagen konnte, der Juſtiz am meiſten zu ſchaffen machten? Konnte er nicht mit dieſem Che⸗ valier de Planto unter einer Decke ſpielen? Er ſetzte unter dieſen Betrachtungen ſeinen Weg weiter fort, er näherte ſich der breiten Straße, es fiel ihm bei, daß um dieſe Zeit der Commerzienrath ſich dort zu ergehen pflegte: er beſchloß, ihm ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Richtig, dort kam er die Straße herab, er grüßte rechts, er grüßte links, er ſprach alle Augen⸗ blicke mit einem Bekannten, er lächelte, wenn er weiter ging, vor ſich hin; er ſchien munter und guter Dinge zu ſein. Er mochte etwa noch fünfzig Schritte vom Direk⸗ tor entfernt ſein, als er dieſen anſichtig wurde; er er⸗ bleichte, er wandte um und wollte in eine Seitenſtraße ein⸗ biegen.Ein verdächtiger, ſehr verdächtiger Umſtand! dachte der Direktor, lief ihm nach, rief ſeinen Namen und brachte ihn zum Stehen. Der Commerzienrath war ein Bild des Jammers; er brachte in hohlen Tönen einbon jour, bon jour hervor, er ſchien lächeln zu wollen, aber die Augen gingen ihm über, und ſein Ge⸗ ſicht verzog ſich krampfhaft; ſeine Knie zitterten, ſeine Zähne ſchlugen hörbar aneinander.