Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Mutter ſeines Kindes blickt thränenlos zu dem Uner⸗ forſchlichen empor, der ſeinen Frieden in das erſchütterte Herz ihr ſenken wolle! Uns aber, ſeiner Jugend Ge⸗ noſſen und Freunde, ſoll bei der Rückkehr von dem Grabe des Theuren, unter den Gedanken des Todes, unter den Gefühlen der Trennung, das Bild ſeines Le⸗ bens zurückkehren. Die lieblichen Züge und klaren Far⸗ ben ſeiner kurzen und deßhalb nur um ſo geliebteren Erſcheinung ſollen in friſcher Kraft vor unſerm Geiſte ſich bewegen. Indem wir ſie feſthalten, wird ſich an dieſen Bildern unſer Glaube beleben und ſtärken, daß er uns nur entſchwunden, nicht verloren ſei; und in ſolcher Betrachtung wird uns die Stunde ſeines Todes der freundliche Schlüſſel werden, um die Bedeutung ſeines kurzen Lebens und ſchönen reichen Wirkens zu errathen.

Wenn wir uns um den erſten Eindruck befragen, welchen bei jeder neuen Berührung der Heimgegangene auf uns hervorgebracht, welchen, ein Spiegel ſeines inneren Lebens, ſeine Schriften in jedem erzeugen müſ⸗ ſen: iſt es da nicht ſeine Heiterkeit, ſein reger Le⸗ bensmuth, die Würze alles Daſeins und Genuſſes, die muntere Laune, die jeder Erſcheinung, jedem Ereigniß die frohere Seite abgewann, und überall bei argloſen Herzen Anklang ſuchte und fand; der friſche Sinn, wo⸗ mit er Natur und Leben erfaßte, Natur und Leben wiedergab? In dieſem heitern Geiſt aber ruhte ein ſinnendes Gemüth, ohne welches er ſich ſelbſt und uns verflüchtigt worden wäre, aufmerkſamen Auges auf die Geſtalten ſeiner Umgebungen, wie auf die Regun⸗