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2. Auf Wilhelm Hauffs frühes Hinſcheiden von L. Uhland.
Dem jungen, friſchen, farbenhellen Leben,
Dem reichen Frühling, dem kein Herbſt gegeben, Ihm laſſet uns zum Todtenopfer zollen
Den abgeknickten Zweig— den blütevollen!
Noch eben war von dieſes Frühlings Scheine
Das Vaterland beglänzt.— Auf ſchroffem Steine, Dem man die Burg gebrochen, hob ſich neu
Ein Wolkenſchloß, ein zauberhaft Gebäu.
Doch in der Höhle, wo die ſtille Kraft
Des Erdgeiſt's— räthſelhafte Formen ſchafft:
Am Fackellicht der Phantaſie entfaltet, 3 Sah'n wir zu Heldenbildern ſie geſtaltet; 6 Und jeder Hall, in Spalt und Kluft verſteckt, Ward zum beſeelten Menſchenwort erweckt.
Mit Heldenfahrten und mit Feſtestänzen,
Mit Satirlarven und mit Blumenkränzen Umkleidete das Alterthum den Sarg,
Der heiter die verglühte Aſche barg:
So hat auch er, dem unſre Thräne thaut,
Aus Lebensbildern ſich den Sarg erbaut.
Die Aſche ruht— der Geiſt entfleugt auf Bahnen Des Lebens, deſſen Fülle wir nur ahnen,
Wo auch die Kunſt ihr himmliſch Ziel erreicht Und vor dem Urbild jedes Bild erbleicht.
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