Wilhelm Hauff ward zu Stuttgart, wo ſein Va⸗ ter, Auguſt Friedrich Hauff, damals als Regierungsſe⸗ kretär lebte, am 29. November 1802 geboren. Er war erſt vier Jahre alt, als ſein Vater die Sekretariats⸗ ſtelle bei dem königlichen Oberappellationstribunal er⸗ hielt, welches damals ſeinen Sitz in Tübingen hatte. Der Sohn folgte den Eltern in dieſe Stadt, wo ſein zwei Jahre älterer Bruder Hermann ſchon ſeit einigen Jahren im Hauſe ſeines mütterlichen Großvaters, des Obertribunalraths Elſäßer, erzogen wurde. Im Jahre 1808 zog die Familie wieder nach Stuttgart, wo der Vater zum Geheimen Sekretär beim Miniſterium der auswärtigen Angelegenheiten befördert worden war. Nach dem frühen Tode des Vaters(1809) blieb der äl⸗ tere Sohn im Hauſe des genannten Großvaters zu Tü⸗ bingen, Wilhelm aber bei der Mutter, die gleichfalls nach Tübingen gezogen war. Dieſe vortreffliche Frau, eine zurtliche und verſtändige Mutter, beaufſichtigte in ſittlicher Hinſicht die Erziehung des Knaben. Sie hatte einen wohlthätigen Einfluß auf ſein weiches, empfäng⸗ liches Gemüth; auch ſein Talent, zu erzählen, bildete ſich im häuslichen Kreiſe unter Mutter und Schweſtern frühe aus, ohne daß jedoch außerhalb des Hauſes Je⸗
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