Allein der Praͤſident warf errathende Blicke auf das liebe, bewoͤlkte Auge und die ganze ge⸗ beugte Engelsgeſtalt, auf der ſeine geſtrigen Wor⸗ te centnerſchwer zu laſten ſchienen. Ihm war es ein ungeloͤſſtes Raͤthſel, warum— wenn ſei⸗ ne Muthmaaßungen in Hinſicht Emmo's wirklich eintrafen— ſie das Lilienhaupt nicht ſtolz erhob, warum ihr ſchoͤnes Auge nicht Freude ſtrahlte, und die feinen Lippen ſich nicht in dem ſeeligſten Laͤcheln verklaͤrten, denn, was ſie ſo tief darnie⸗ der druͤckte, hatte er ja von ihr genommen; die Bahn, auf der ſie ihre Freiheit wieder gewinnen konnte, war ihr ja eroͤffnet; aber—(ſo troͤſtete er ſich,) in dieſem kindlich zaghaften Gemuth muß ſich ja alles wie Demuth geſtalten, und nur, indem es ſein Schickſal zum Mitleid be⸗ wegt, kann es daſſelbe entwaffnen.
Wiie immer, wenn es das Verfolgen einer Idee galt, ganz verſenkt in ſeinen Gegenſtand, und ſeit Theophiliens Verlobung mit Emmo bei weitem unbefangner im Verkehr mit der liebli⸗ chen Pflegetochter, ſelbſt in Clementinens Gegen⸗
wart, war er heut, wo wieder ein Kuͤnſtlerheer
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