Teil eines Werkes 
2. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

Mißgeſchick troͤſten kann, ſo verletzt es unſer Herz doch mit geſchaͤrftem Stachel, wenn der drohende Abgrund ſich nicht fuͤr uns allein, ſon⸗ dern auch fuͤr unſre Theuerſten oͤffnet. Auch Dornburg wuͤrde den Wermuthskelch mit heiterm Blick geleert haben, haͤtte er ihn nicht mit ſei⸗ nem geliebten Sohne theilen muͤſſen, der, als gluͤcklich Verlobter einer angebeteten Braut, erſt dann aus ſeinen Liebestraͤumen durch die, ihn umbrauſenden Stuͤrme geweckt wurde, als jede Hoffnung ihres Beſitzes ihm auf immer unter⸗ ging.

Zwar trug man dem jungen Manne, den Niemand fuͤrchtete, weil er mehr in dem Reiche der Kunſt, als in dem, der Politik lebte, hoͤflich Verzeihung und Vergeſſen der Verſchuldung ſei⸗ nes Vaters an, aber feindſelig kalt, mehr noch als jener mit den Menſchen zerfallen, wandte er ſich von dem gleisneriſchen Anerbieten, und folg⸗ te dem edlen Verbannten in ſeine tiefe Abgeſchie⸗ denheit. Hatte die Kunſt ihn fruͤher mit ſuͤ⸗ ßen Banden gefeſſelt, ſo umſchlang ſie ihn jetzt mit Liebesarmen, und es fuͤhlend, wie ſein ſtilles