Teil eines Werkes 
1. Theil (1827)
Entstehung
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gelingen, ihn fuͤr ſich zu gewinnen, jener Augen⸗ blick der beſchaͤmendſten Taͤuſchung war die Gei⸗ ßel, welche die Eumenide uͤber dem Haupte der ſonſt ſo harmloſen Frau ſchwang. Theophilia mußte den Grafen naͤher angehen, denn eine ſo zarte Farbenhaltung, ein ſo leiſe ausgeſprochner Werth konnten das Intereſſe eines tiefdenkenden ernſten Geſchaͤftsmannes nicht ſo lange feſſeln, als es ihr, der glaͤnzenden, talentvollen, geiſtreichen Frau nicht einmal gegluͤckt war. Hat⸗ te alſo das Maͤdchen nicht beſondre Zauberkuͤnſte in Ruͤckhalt, ſo waren es Bande des Bluts, wel⸗ che dem namenloſen Kinde ein ſo entſchiednes Gewicht im Hauſe gaben, und dann es groll⸗ te ſie, daß Theophiliens muthmaßliches Alter ſie grade an eine Untreue ihres Gemahls in jener Zeit glauben ließ, wo ſie ihn noch mit tauſend ſuͤßen Liebesbanden umſchlang.

Auch ihr entging es ſo wenig, als der lau⸗ ernden St. Clair, mit welcher Aengſtlichkeit der Graf die wachſende Vertraulichkeit der jungen Leute beobachtete; denn wenn auch die unbekann⸗ te Theophilia ſelbſt in ihren Augen eine nicht ganz wuͤnſchenswerthe Parthie fuͤr Emmo war, ſo gab dieſe Neigung des geliebten Sohnes ihm doch auch das unzweideutigſte Mittel in die Haͤn⸗ de, den theuren Schuͤtzling auf einen Stand⸗ punkt zu ſtellen, wo weder Verlaͤumdung noch Mißdeutung ihm mehr zu nahe treten konnten.