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Tante und Nichte
Entstehung
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moͤge! dachte die verſoͤhnliche Phoͤbe, und nahm ſich vor, dieſer guten Eigenſchaften ein⸗ gedenk zu bleiben.

Phoͤbe iſt wirklich nicht vereitelt, und leichter befriediget, als ich fuͤrchtete! meynte die Tante ſtill fuͤr ſich, und ſchaͤmte ſich des ſchiefen Spiegels, den Niemand im Hauſe mogte, und der nun das holdeſte Bild mit luͤ⸗ genhafter Verzerrung entſtellen wuͤrde. Phoͤbe hatte hinein geblickt, ohne daß ein Mißfallen ihren ſchoͤnen Zuͤgen in Wahrheit geſchadet haͤtte.

Der Spiegel mag bleiben, als eine Probe, ob Phoͤbe in ſeinem Gebrauche ſich des Anſpruchs ihrer Eigenliebe, von der ihr ein wenig zu Gute gehalten werden duͤrfte zu entaͤuſſern vermag! dachte ſie ferner, und die taͤuſchende Kunſt, welche im Innern des Men⸗

ſchen ihr verſteckendes Spiel treibt, machte aus dieſer pſychologiſchen Aufgabe eine Attrappe fuͤr den Geiz der Tante.

Der Morgen ging unter kleinen Anordnun⸗

gen ſchnell genug dahin; Phoͤbens Coffre ward

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