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Tante und Nichte
Entstehung
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muth im Weſen der Fremden, einen unwill⸗ kuͤhrlichen Ton der Achtung auf dieſe viſitato⸗ riſche Frage.

Zu nneiner r Tante, der Frau Pupillenraͤ⸗ thinn Locke, antwortete das Maͤdchen mit ei⸗ ner Stimme, die noch in der ſtuͤrmiſchen Be⸗

wegung des Buſens bebte und wie gedaͤmpftes

Silber klag.

Ach ſo! erwieberte Jene wwiſchen ver⸗ traulicher Freundlichkeit und der Scheu einer uͤbertroffenen Erwartung:aus Goldbrunn alſo das Fraͤulein Nichte! nun die Frau Raͤthinn ſchlafen noch es iſt ja kaum ſieben Uhr! belieben Sie nur indeſſen, hier herein zu treten!

Sie oͤffnete das Wohnzimmer; es war ſehr groß, doch verengt, und auf mannigfache Weiſe uͤberladen. Die Meublen waren neu und ſchoͤn, doch nicht ganz paſſend gewaͤhlt, und viel zu gedraͤngt. Jeder Winkel war voll von Sachen, jedes Raͤumlein benutzt, die Hoͤh⸗ lung des Ofens ſogar ein Depot von Buͤchern und allerlei kleiner Geraͤthſchaft. Die Fuͤlle