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Der Colibri und Die Ruine : zwei Erzählungen / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
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wollte er hier genaue Nachrichten einziehen: denn daß Roſamunde von der Golz noch lebte, wußte er bereits und hatte es mit Freuden vernommen. Adolar mußte ſich gedulden. Ermüdet, wie er war, betäubte ihn der narkotiſche Duft, zu dem ſich die warmen Dämpfe der Kuchen miſchten, und er ſank in ein wollüſtiges Vergeſſen, bis die Wirthinn ihn mit der Warnung weckte: es ſey ſchädlich, unterm Flieder zu ſchlafen. Er gewann ihr ſchlau die ſchwache und geſprächige Seite ab,

und lenkte, wie ein geſchickter Steuerer, das flotte

Schifflein ihrer Rede, wohin er es haben wollte. Sie ſchilderte das Fräulein als eine vortreffliche Herrſchaft, und hängte dem langen Lobe nur den kleinen Makel an, daß Roſamunde ein wenig gei⸗ zig wäre und gar nicht geſellig, was ihnen(den Wirthsleuten) doch Schaden thue. Sie ſprach: nnie kommen fremde Gäſte hierher und Hauſirer: denn auf dem Schloſſe leben ſie wie Geiſter, ſo ſtill und unbedürftig. Und für wen ſpart die gnä⸗ dige Dame ſo, und müht ſich ab, wo ſie müſſig gehen könnte? für eine blutarme Waiſe, die ver⸗ muthlich einmal das ſchöne Gut ſammt allem Zu⸗

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