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Der Colibri und Die Ruine : zwei Erzählungen / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
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geliebten Mädchens getheilt, ſagte er entſchloſ⸗ ſen: ⸗ſo geht es nicht, Nina! ſo nicht. Ver⸗ hüte nur, daß mein Vater ſeine Stelle verlaſſe. Er ſieht nicht, ich eile Rath zu ſchaffen. Und dahin flog er, wie der Pfeil von der Sehne.

Der Fremde auf dem Caſtell fragte in ge⸗ drängten Pauſen: ob das Fräulein immer noch nicht athme? und ein troſtloſes: nein:« ant⸗ wortete ihm.

Inddeſſen war die Sonne geſunken. Ein

duftiger Schleier in Kühle getaucht wallte um die Berge, das Thal war wie mit ruſſiſch⸗grünem Flor beſpannt, eine Farbe, die wie bekannt von bläulicher Miſchung und düſter iſt. Ninas Thrä⸗ nen thauten auf die theure Scheinleiche und ihr hartes Ruhekiſſen. Sie rang die ſchönen Hände empor, ſie hätte die Kräfte der Allmacht und aller

ihrer Welten herabziehen mögen; doch nur der

Abendſtern tauchte mit mattem Geflimmer aus dem Azur auf, und ſchien in gleichgültiger Hoheit über allen Dunkelheiten der kleinen Erde

zu ſchweben. So fiel denn kein Lichtſtrahl in

dieſe bängſte Stunde.