Die Generalinn hatte kein Ohr für dieſe Frage. Sie hob das Auge wehmuthsvoll zu dem Portrait der jungen Dame auf— es ſchaute in ſtummer Liebenswürdigkeit abwärts.—„Eine ſüſſe Stimme“— ſetzte die Generalinn hinzu, die ihrige erlöſchte in Sehnſucht, das alte Herz ſchlug einen heißen Schlag jenes Frühlings nach, und dieſer Ton der Vergangenheit rührte an die ergriffene Seele der Matrone.
Iſolde ſah traurig, daß der Geiſt, dem der gefaßte Sinn dieſer würdigen Dame je zuweilen unterlag, die Aeolsharfe der Erinnerung bewege. Sie reichte die Taſſe nochmals dar mit der Bitte, die Suppe nicht ganz verkühlen zu laſſen.
Die Generalinn ſchöpfte einige Tropfen dieſer Kraftbrühe, ſeufzte tiefer dabei und ſprach: ves dringt nicht, Iſolde. Alles iſt in Ordnung, und eine halbe Stunde genügt, das, was noch nöthig wäre, einzurichten. Setze Dich, mein Kind! ich habe Nöthiges mit Dir zu reden.⸗
Iſolde ſchien von Angſt und Ahnung hin⸗ weggedrängt, nur widerſtrebend zu bleiben.


