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Der Colibri und Die Ruine : zwei Erzählungen / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
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ſam zu einer Ironie ihres Sinnbilds. Am zwei⸗

ten Fenſter, dem zunächſt unter deſſen bergenden

Bogen die Gräfinn Dohna ſaß, ſtand ein Mäd⸗

chen von zartem Wuchs und blickte ſinnig, wäh⸗ rend es in unbewußtem Gedankenſpiel einen Nah⸗

menszug an den dünnen Hauch der Scheiben zeichnete, in den offnen Platz hinaus, wo Sanct

Peter das Schifferfähnlein ſchwenkte. Das ſtille Kind ſchien jedoch keinen Sinn für dieſes komi⸗ ſche Schauſpiel zu haben, ſondern wie in den Traum eines Melodrama verſenkt zu ſeyn: denn vom Schloſſe herüber wehete die Morgenluft Töne wie vom Stimmen muſikaliſcher Inſtru⸗ mente, und der Fluß rauſchte im dumpfen Uni⸗ ſono dazu.

Die Sonne war nun höher gekommen und goß einen vollen Blendſtrom über den Geſichts⸗ kreis des Mädchens aus. Die Glorie des Heili⸗ gen ſchimmerte, das Zimmer war mit heiterm Licht erfüllt, und ſelbſt ein Löckchen der Matrone wagte ſich wie unter klöſterlichen Schleiern her⸗ vor und glänzte ſilbern in der hellen Freiheit.

Der Faden der Vicogne haftete in einer

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