Teil eines Werkes 
3. Bd. (1836)
Entstehung
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Frau betheiligt mehr das Herz, als den Kopf. Sie iſt's zufrieden, den Maͤnnern das Ver⸗ nuͤnfteln zu uͤberlaßen, nimmt aber fuͤr ſich die erſte Stelle in der Gefuͤhlswelt in An⸗ ſpruch; doch auch ihre engbegraͤnzte Sphaͤre der Beobachtung laͤßt ſie erkennen, daß ein Mann, der in uͤbereilter Weiſe ein Gebaͤude einreißt, welches Jahrhunderte zu ſeinem Auf⸗ bau bedurfte, ſich taͤuſcht, wenn er ſich einbil⸗ det, daß er in wenig kurzen Jahren im Stande ſey, einen ruhmwuͤrdigeren Bau hinzuſtellen.

In unſerer Welt bleibt nichts unveraͤnder⸗ lich. Alle Dinge ſind dem Wechſel unterwor⸗ fen; Saamen, Keim, Schoͤßling, Baum; der Baum wiederum hat ſeine Jugend, ſein Mit⸗ telalter, ſein Abnehmen und Erſterben.

Den Saamen vermoͤgen wir ohne den Ein⸗ fluß der Zeit, nicht in den Baum zu verwan⸗ deln, die Zeit iſt's, welche reift und ge⸗ ſtaltet, ganz ſo iſt's mit der menſchlichen Na⸗ tur. Wie ſchoͤn und ausdrucksvoll entfalten dieſen großen Grundſaz die Worte der Schrift: als ich Kind war, begriff ich wie ein Kind und ſprach wie ein Kind; nun ich aber Mann geworden bin, ſeze ich kindiſche Dinge an die Seite. Dieſer eine Ausſpruch,wenn ich