zog er ſie naͤher zur Fackel heran und unter⸗ ſuchte die zarte Haut mit großer Aufmerkſam⸗ keit, bis er endlich, das Kleid loslaßend, lang⸗ ſam ſagte:
„Weib! Du haſt einen Betrug veruͤbt!“
Alice fiel auf die Knie, rang die Haͤnde, laͤugnete, jammerte! aber der ruhige, ſtrenge Blick des Geaͤchteten feßelte wieder ihre Zunge und ſie bedeckte das Geſicht mit beiden Haͤnden.
„Bei dem Allmaͤchtigen erklaͤre ich, daß Ihr nicht von hinnen kommt, bis Ihr volle und treue Beichte von der Suͤnde, die Ihr began⸗ gen, abgelegt habt; ich brauche nur auf die⸗ ſes Maͤdchen zu ſehen, um zu wißen, daß ſie an allem Unrecht unſchuldig iſt. Weib, hoͤre mich; ich wiederhole es, Du koͤmmſt nicht von hinnen, bis alles geſagt iſt.“
Und von neuem ſank die arme Amme auf ihre Knien und wollte ſprechen, konnte aber keine Worte finden. Roſalinde war eben ſo geſpannt auf das, was ſie hoͤren wuͤrde; auch ſie beſchwor die Amme zu reden, und dieſe faßte ſich endlich ſo viel, daß ſie einzelne Reueworte hervorbringen konnte, als ploͤzlich Sprietſegel den Mantel von der Wand weg⸗ riß und mit den Worten hereinſtuͤrzte:


