Teil eines Werkes 
2. Bd. (1836)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

41

Roſalinde ſie zum Leben zuruͤck zu bringen ſuchte, in tiefes Nachdenken verſunken und ver⸗ wandte dabei den Blick nicht von der Tochter ſeines Freundes. Als nach wenigen Minuten Alice wieder ſo weit zu ſich gekommen war, daß ſie auf dem Boden aufrecht ſizen konnte, bat er Roſalinde, ihn nach dem Kennzeichen ſehen zu laſſen; ſie ſchien verwundert uͤber alles, was ſie gehoͤrt und fuͤhlte nur, daß ſie vor jemanden ſtehe, der ihren Vater gekannt, der ſein Freund geweſen war dies reichte hin, ihm ihr Herz und ihre Zuneigung zuzuwenden und ihre Hand knoͤpfte bereits die Jacke auf, als Alice ausrief:

Nein, nein, Kind, thue es nicht! Ihr wißt, daß Ihr kein Zeichen habt; wenn eins da war, iſt es erloſchen es iſt eine Luͤge, alles eine ſchaͤndliche Luͤge!

Weib! rief der Geaͤchtete wild, indem er ſie zugleich ergriff und vom Boden aufhob; wagſt Du zu ſagen, ich haͤtte eine Luͤge vorgebracht?

Sie ſank matt und entſezt vor dieſem Aufrufe zuruͤck. Er aber ſchlug den Kragen und den Armel von Roſalindens Anzug zuruͤck, bis die rechte Schulter zum Theil entbloͤßt war; darauf