Teil eines Werkes 
2. Bd. (1836)
Entstehung
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Der Knabe ſank bei dieſen flehenden Worten faſt zu den Fuͤßen des Geaͤchteten nieder und ſchlug die Augen auf, um zu ſehen, ob ſeine Bitte Eindruck gemacht habe; das Licht fiel voll auf ſein Geſicht, und der Junge fuhr zu⸗ rück, ſchlug die Haͤnde zuſammen und rief:

Der Geaͤchtete aus dem St. Marien⸗Klo⸗ ſter!

Derſelbe, erwiederte der Patriot,aber das iſt nicht ſeltſamer, als daß Ihr Roſalinde Sydney ſeyd. Erhebt Euch, junge Dame! Mit Schaam erkenne ich, daß Ihr luͤgenhaft han⸗ delt, obgleich Ihr es verſchmaͤhtet, eine Luͤge zu ſprechen. Pfui! pfui! Die beſcheidenen Schranken der Natur zu uͤberſpringen, und aufgepuzt gleich einem ausgelaßenen Burſchen umherzuwandern. Ich kann nicht glauben, daß Eure Abſichten rein waren, da Eure Mittel ſo unrein ſind.

Aus den Augen des Maͤdchens brach ein ſolcher Strahl der Entruͤſtung hervor, daß, als ſie ihren Hut zuruͤckwarf und die ſchoͤnen Verhaͤltniße ihres Geſichtes im Fakellichte hell hervortraten, der Geaͤchtete nie, außer ein⸗ mal, etwas ſo Liebliches geſehen zu haben glaubte.