Teil eines Werkes 
1. Bd. (1836)
Entstehung
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heuchleriſche Froͤmmlerin ohne Religion, ein Weib ohne alle Zaͤrtlichkeit;— ſo war doch ein Gefuͤhl in ihrem Herzen, ein Wiederhall deßelben in ihrer Bruſt, welches ſie, ſobald ſie deßen Einfluß verſpuͤrte, zu einem voͤllig menſchlichen Weſen machte,— das kalte Mar⸗ morbild zu einem lebenhauchenden Geſchoͤpfe verwandelte,— das reiche, aber langſam rol⸗ lende Blut huͤpfend durch die Adern jagte,— in ihrem ſtolzen, vorragenden Auge ein glaͤn⸗

zendes, aber doch mildes Feuer entzuͤndete,—

ihre herbtoͤnende Stimme zu gefallſamer Muſik ſaͤnftigte. Dieſes wunderwirkende Mittel war Mutterliebe. Sie hatte einen Sohn, den ſie liebte— wie— wie— doch wozu nach Gleich⸗ nißen ſuchen?— hier ſind ſie unnoͤthig. Sie liebte ihren Sohn, wie Muͤtter nur allein zu lieben vermoͤgen, wie dieſe Muͤtter ſeit Erſchaf⸗ fung unſeres Erdballes geliebt haben und wie Muͤtter lieben werden, bis die Zeit ſich in Ewigkeit verliert. Zu bemerken iſt dabei, daß ganz in dem Verhaͤltniße ihrer eiſigen Kaͤlte gegen alle Andern, ihre Liebe fuͤr den Sohn

mit der Zaͤrtlichkeit der Taube und der Kraft

des Adlers begabt war. Zum Ungluͤck fuͤr ſie und ihren Gatten war