Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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Er iſt allerdings nicht ganz wol, erwiderte Friedrich, der dieſe kleine Unwahrheit auch ſchon gegen den Profeſſor Zeller ausgeſprochen hatte, weil Sigismund dadurch ſein Nichtkommen entſchuldigte.

Und wol ſchon ſeit längerer Zeit? fragte Tosca.

Nein... ganz plötzlich.... heut; Mittag.

Er ſah doch ſchon vorgeſtern, als ich Ihnen begegnete, recht blaß aus.

Ach ja, ich erinnere mich.... es iſt wol ſchon ſeit vor⸗ geſtern! ſagte Friedrich ein wenig verlegen, weil er nicht recht wußte, welchen Charakter er dieſer improvifirten Krank⸗ heit geben ſolle.

Sie ſagen mir nicht die Wahrheit, rief Tosca ſchel⸗ miſch,denn Sie ſehen ganz verlegen dazu aus! Bitte, wes⸗ halb hat Herr Forſter nicht herkommen wollen?

Nicht wollen? ach, der Arme! er kann ja nicht! Er hat ja den ganzen Tag zu Bett gelegen...

So? den ganzen Tag? Sie ſagten doch eben heut Mittag, ganz plötzlich.

Gnädiges Fräulein, ich werd' Ihnen die Wahrheit ſa⸗ gen, betheuerte Friedrich ernſthaft.Er iſt allerdings un⸗ wol, und dann iſt morgen ein wichtiger Tag für ihn, ſein Geburtstag, an welchem er ſich zu allerlei guten Entſchlüſſen von Studien und ſolidem Leben feſt und ſtark machen will. Daher begreifen Sie gewiß, daß er den letzten Abend dieſes Jahres nicht unter Tanzmuſik hinzubringen wünſchte.

O, das begreif' ich! entgegnete Tosca ſanft und nach⸗ denklich. Hätte Friedrich ihr geſagt, daß Sigismund den Champagner mit einigen guten Freunden den tüchtigen Ent⸗ ſchließungen weniger hinderlich finde, als den Ball beim Pro⸗