Tosca Beiron, Tosca Beiron, Blume deutſcher Mädchen⸗ ſchaa—
Friedrich lachte laut auf:„Pascal Vivas, Pascal Vivas, Blume ſpan’ſcher Ritterſchaft!“
„Du parodirſt Uhland in Deiner Ekſtaſe,“ ſprach der Dritte.
„Was kümmert's mich,“ rief Sigismund launig,„daß Uhland ſchon früher meine Verſe gebraucht hat. Es iſt eine große Chre für ſeinen Pascal Vivas, daß ſie mir grade jezt einfallen.“
„Weißt Du auch den Anfang, mein Junge?— In den abendlichen Gärten— Ging die Gräfin Julia— Es wär' doch hübſch, wenn Du es auch zu ſolchem Ritterdienſt bringen könnteſt. Nur ſchade, daß ſie nicht Gräfin iſt.“
„Schade?“ fragte Sigismund gedehnt.
„Schade, weil's ſo gewiſſermaßen feierlich und poetiſch klingt: Gräfin Tosca!“
„Wäre Tosca Beiron Gräfin“...— rief Sigismund ſehr lebhaft und ſchwieg plötzlich.
„Nun?“ fragte der Andere geſpannt.
„So wäre ſie mir ſo gleichgültig wie das,“ ſagte Sigis⸗ mund, und ſchnippte mit Daumen und Zeigefinger den Kork von der Champagnerflaſche.
„Dies finde ich unbegreiflich,“ ſagte Jener und veränderte ſichtlich die Farbe.
„Nimm's nicht übel, lieber Bruder,“ entgegnete Sigis⸗ mund freundlich,„Du biſt Graf Hohenberg und ich bin Dir⸗ eben ſo gut, als wäreſt Du Herr Hohenberg. Mit den Männern iſt’'s was Andres! Die werden vom Leben anders durchgebildet. Allein die Frauen Deines Standes ſind im


