Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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Profeſſorin Zeller war eine beſchränkte, hausmütterliche Frau, die den jungen Männern gute Rathſchläge ertheilte, wie ſie es anfangen müßten, um nicht zu viel Geld auszugeben, und die faſt jede ihrer Phraſen mit den drei, für ſie heiligen und unumſtößlichen Worten begann:Mein Mann ſagt. End⸗ lich richtete Sigismund das Wort an Tosca und fragte, ob ſie den nächſten Ball beſuchen werde.

Ich hoffe es, entgegnete ſie mit ſtralenden Augen.

Die drei jungen Männer baten ſie ſogleich, ihnen einen Tanz aufzuheben. Aber ſie verneinte es ſtandhaft.

Ich weiß noch nicht, ob der Papa es erlaubt, ſagte ſie.

Aber auf den Fall, bat Sigismund.

Dann können wir ja auf dem Ball ſelbſt darüber ſpre⸗ chen, erwiderte ſie.

.Warum willſt Du Dich denn nicht vorher engagiren, Tosca? fragte die Schweſter;ich dächte, es wäre doch ſehr angenehm, im Voraus einiger Tänze ſicher zu ſein.

O, was das betrift, liebe Marie, ſagte Tosca nach⸗ läſſig

Nur nicht übermüthig! unterbrach die Profeſſorin Zel⸗ ler mit ſeinſollender Beſcheidenheit, und droßie der Schweſter mit aufgehobenem Finger.

O gar nicht! rief Tosca mit ihrem reizend ſchelmiſchen Lächeln;ich fürchte nur mein ſchlechtes Gedächtniß. So lange vorher... könnt' ich leicht die Engagements ver⸗ geſſen.

Es iſt der Inſtinkt der Frau, dem Manne die Sicherheit ſeines Glücks nicht zu geben. Hat ſtie's gethan, ſo iſt ſie nicht mehr frei. Um den Verluſt der Freiheit verſchmerzen zu laſſen, muß man lieben. Bei ſiebzehn Jahren liebt man