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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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O, rief Ilda mit lebhafter Bewegung, gönnen Sie doch dem armen Polydor Frieden jezt kenne ich Sie, ohne daß Sie mir Ihren Namen zu nennen brauchten! Aber ich beſchwöre Sie, laſſen Sie ihn gehen, ziehen Sie ihn nicht in die Feſſeln zurück, die er gebrochen, weil ſie ihn wund drückten. Verſuchen Sie es nicht! er glaubt ſich geheilt, viel⸗ leicht iſt er's auch aber Sie dürfen, Sie ſollen keinen neuen Verſuch mit ihm anſtellen.

Ach, ſagte Regine, ihr Geſicht mit beiden Händen ver⸗ deckend, ich liebe Polydor.

Ilda ſah ſie mitleidig an und erwiderte ſanft:Das glaub' ich nicht.

Sie haben ein Recht daran zu zweifeln aber ich liebe ihn doch. Seit ich ihn nicht mehr ſehe, ſeit er mit

ſeiner unbegreiflichen Liebe und ſeinem unerſchütterlichen

Glauben mich nicht mehr verſöhnt mit der Kälte und Falſch⸗ heit der Welt, ſeit die Furcht auf mir laſtet nein die To⸗ desangſt, daß dieſer goldreine Menſch nichts in mir ſieht, als ein erbärmliches, gefallſüchtiges Weib o ſeitdem lieb' ich ihn doch. Sie ſank in Thränen ausbrechend auf die Stu⸗ fen nieder. Ilda fragte:

Iſt es denn aber möglich einen geliebten Menſchen zu quälen?

O ja, rief Regine, immer heftiger weinend, denn ge⸗ quält hab' ich ihn, aber ich liebe ihn doch.

Und was wollen Sie denn jezt von ihm mit ihm?

Von ihm? mit ihm? nichts!... ich will ihn.

Das wird Polydor entſcheiden! ſagte Ilda kalt, ſtand auf und wollte die Kirche verlaſſen. Aber Regine hielt ſie am Kleide feſt und rief heftig:

Ilda Schönholm. 15