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ſend unausführbare Rathſchläge zu geben. Und als der Kai⸗ ſer an jeder Hülfe verzagt und auf den Tod gefaßt war, und als der Prieſter unter ihm die Monſtranz hoch empor hielt,
und alle Glocken dazu läuteten, und alles Volk ſich auf's Angeſicht warf, und er ſelbſt ſein Knie vor dem Allerheilig⸗ ſten beugte— da kam der Engel und rettete ihn auf unbe⸗
kannten Wegen vom gräßlichen Hungertode. Lieber Poly⸗ dor, das iſt doch eine wunderhübſche Geſchichte!“ „Ich bekenne Ihnen, daß ich ſie eben ſo hübſch finde, wenn der Hirt, Jäger, Bergmann, oder wer ſonſt der fremde Retter geweſen, darin figurirt ſtatt des Engels. Ja, ſie ge⸗ winnt durch die menſchliche Einwirkung des Unbekannten, durch den Gedanken an die Gefahren, denen er ſich dabei ausgeſetzt haben mag, durch ſein ſpurloſes Verſchwinden, welches jeden Dank ablehnt, vielleicht ein höheres Intereſſe.“ „Gewiß! aber mich freut am meiſten, daß man damals in dem Retter ſogleich den Engel erkannte, den Boten einer höhern Macht, deren Reich beginnt, wo der Menſchenwitz das ſeine verliert. Ein Engel war jener Hirt oder Jägers⸗ mann für Kaiſer Max und ſein treues Volk, und in dem Bilde iſt die ſterbliche Erſcheinung ganz untergegangen. Die⸗ ſer Boden iſt überhaupt intereſſant für die Habsburger. Jenſeit Inſpruck liegt Schloß Ambras auf einer Höhe, jezt eine Kaſerne, einſt der Ort, wo der Erzherzog Ferdinand in
langer glücklicher Ehe mit der ſchönen Philippine Welſer, der Kaufmannstochter aus Augsburg, lebte. Sie war ſo weiß, daß man, wenn ſie trank, den rothen Wein in ihren Hals herabgleiten ſah.“ „Solche ätheriſche Geſtalten findet man nur diesſeit der Alpen; aber der Maler kann ſich mehr an ihnen freuen, als 2 4.


