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„Aber kann ich denn nie aufhören mit Dir zu plau⸗ „dern? ich nehme den Brief bis Inſpruck mit, dann macht „er ſeinen Weg allein, wie meine opera omnia, und ich „komme bald ihm nach.
Ilda.“
Zweites Kapitel.
Der ſchönſte Sommermorgen weckte die Reiſenden. Nicht mehr dicke graue Wolken, ſondern leichte ſilberne Nebel hin⸗ gen um die Berge, welche Landeck und das Innthal einfaſſen. Sie flatterten in der Morgenluft hin und her, kokett wie ein Schleier um ein ſchönes Antlitz, und zertheilten ſich endlich ganz, als die Sonne hoch genug geſtiegen war, um ſie mit ihren ſtralenden Geſchoſſen in die Hölen der Nacht zurückzu⸗ ſcheuchen.
Polydor hatte ſeine Empfindlichkeit verſchlafen und die Gräfin jene trübe Stimmung, welche unfreundliches Wetter ſtets in ihr erzeugte. Sie ließ den Wagen zurückſchlagen und fuhr fröhlich in der grünen Landſchaft dahin.
O, es iſt ſehr lieblich am ſchönen Sommermorgen durch eine anmuthige Gegend raſch zu fliegen wie ein Vogel, der auch nichts von der Welt will, als über ihr ſchweben. Das Fahren iſt wirklich die höchſte Annehmlichkeit des Reiſens. Das Gaſthofleben iſt unruhig; das Durchſtreichen der Städte iſt ermüdend; das Bewundern der Kunſtſchätze und Merk⸗ würdigkeiten iſt eine Sache, von der man ſich gern durch


