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Ilda Schönholm / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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Männer ſuchen, wenn man nicht zu ihrem Fach gehört und etwa von ihnen zu lernen wünſcht. An der Statue, an dem Gedicht, iſt Alles ſo harmoniſch, ſo edel, ſo kräftig, daß ſie uns durch und durch heben und erquicken; der Bildhauer und der Dichter hingegen können ſo viel Schroffheiten, Lau⸗

nen und Schwächen im Character, oder doch wenigſtens in

der augenblicklichen Stimmung haben, daß wir uns nicht von ihnen angeſprochen, ja oft verletzt fühlen. Dann ſchreien wir, als ob uns groß Unrecht geſchähe! iſt aber Logik darin,

3u folgern: weil jene Menſchen vortreflich in ihrem Atelier

und an ihrem Schreibtiſch ſind, müſſen ſie auch liebenswür⸗ dig in unſern Salons ſein?

Die Freundſchaft eines ſolchen Menſchen iſt mehr werth, als alle Berge und Tempel und Bilder der Erde bewundert zu haben.

Das will ich meinen! aber an ihnen vorüberſtreifen und drei Worte mit ihnen wechſeln, iſt nicht ihre Freund⸗ ſchaft gewinnen! Ja, über das Glück ein Jünger Platos oder ein Schüler Rafaels geweſen zu ſein, geht doch nichts..

Als das Glück Plato und Rafael ſelbſt geweſen zu ſein.. Kaum! bewundern iſt ſeliger, als bewundert werden. Sie aber als Künſtler dürfen nicht ſo denken. Ueberdas mag es wol himmliſche Befriedigung geben von einer Welt bewundert zu werden. Man muß das erfahren haben um darüber urtheilen zu können und jezt macht Niemand mehr, glaub' ich, dieſe angenehme Erfahrung. Die Welt iſt zu groß, zu getheilt, zu zerriſſen. Wo eine Größe auftaucht, wird ſie gleich gepackt, und gleichſam als Feldherr eines Ar⸗ meecorps in den großen Krieg der Parteien geſchickt, folglich