„Ich gewiß nicht! nur in Italien kann ich glücklich ſein; aber da bin ich es auch ganz, und deshalb thut es mir un⸗ ſäglich leid es zu verlaſſen. Wer weiß was in der Heimat meiner harrt!“—
„Was überall Ihrer harrt: Freude und Liebe. Denn wenn Sie auch ein wenig eigenſinnig ſind, ſo bleiben Sie doch ewig ein anbetungswerther Engel.“
„Mein guter Polydor, daß Sie ſo denken iſt natürlich; allein daß Andere nicht ſo denken iſt ebenfalls natürlich.“
Der Wagen hatte ſie erreicht; ſie ſtiegen ein; es ging bergab. Da kam ihnen eine andre bepackte und dicht ver⸗ ſchloſſene Kutſche entgegen. Als die Wagen an einander vor⸗ überfuhren, blickte die Gräfin aus dem Fenſter.
„Mein Gott,“ rief ſie,„das iſt ſeltſam! an jenem Wa⸗ gen war ein Alliancewappen, und eins derſelben war das meinige. Mein Wappen aber führt Niemand als mein Vet⸗ ter Askanio, und der kann es nicht geweſen ſein, der weiß ja, daß ich zu ihm komme. Er würde mir gewiß geſchrieben haben, wenn er eine Reiſe nach Italien für dieſen Herbſt beabſichtigt hätte.“
„Der Wagen iſt noch nicht fern,“ ſagte Polydor;„be⸗ fehlen Sie, ſo hält der Poſtillon, und Sie ſchicken Ihren Kammerdiener um ſich nach dem Namen jener Wappenräuber zu erkundigen.“
„Sie haben Recht, es iſt kindiſch! Engländer können es ja geweſen ſein, oder weiß Gott wer. Heut' zu Tage reiſ't ja alle Welt, und alle Welt hat auch ſein Wappen. Wenn Sie erſt der Baron von Polydoro ſein werden, bekommen Sie auch eins. Bis dahin ſiegeln Sie⸗ aber Ihre Briefe mit einem Pettſchaft, das ich für Sie machen laſſen werde. Eine
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