Teil eines Werkes 
10. Bd. (1829)
Entstehung
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Kutbeddin und Guͤlruch. 309

entziehen koͤnnen, zu welchem er ſelber in ſeiner Trun⸗ kenheit ſie verdammt habe.-

Herr, antwortete der Veſyr,auf die Nachricht von dem grauſamen Befehle, welchen du ertheilt hat⸗ teſt, lief ich hin zu dem Scharfrichter; ich ſtellte ihm vor, daß dieſer Befehl dir in der erſten Aufwallung des Zornes entfahren ſei, und daß er dich in der Folge unfehlbar gereuen werde. 2

Geh, ſprach ich zu ihm,in die Gefaͤngniſſe der Stadt, enthaupte irgend eine der zum Tode verur⸗ theilten Weiber, und bringe das Haupt dem Koͤnige, der in dem Zuſtande, worin er ſich befindet, die Taͤu⸗ ſchung nicht erkennen wird.

Der Scharfrichter that, wie ich ihm ſagte; ich verbarg meine Tochter, welche du fuͤr todt hielteſt; aber bevor ich ſie dir wiedergaͤbe, wollte ich deine Zaͤrt⸗ lichkeit fuͤr ſie pruͤfen: dieß, o Herr, iſt die unſchuldige Liſt, wodurch ich deiner Liebe gedient habe.

Der Koͤnig Kutbeddin lobte die Klugheit ſeines Ve⸗ ſyrs, uͤberhaͤufte ihn mit Wohlthaten, vermaͤhlte ſich feierlich mit der ſchoͤnen Guͤlruch, ließ ſie als Koͤniginn von Syrien kroͤnen und verlebte mit ihr ſeine uͤbrigen Tage in unvergaͤnglicher Liebe und Freude.