Teil eines Werkes 
10. Bd. (1829)
Entstehung
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Die vierzig Veſyre. 295

Sechshundert und ſechs und ſiebzigſter Tag.

Dieſe Geſchichte, Herr, fuhr die Sultaninn von Perſien fort,muß dich behutſam machen vor der taͤu⸗ ſchenden Beredtſamkeit deiner Veſyre. Laß ihre Maͤhr⸗ lein nicht laͤnger den Raͤcherarm zuruͤck halten, welchen meine Vorſicht und der warme Antheil, welchen ich an deinem Leben nehme, gegen einen nur zu ſtrafbaren Sohn bewaffnet hat.

Die boshafte Fuͤrſtinn fuͤgte dieſen Worten noch ſo viele andere voll Argliſt bei, daß der Koͤnig ſich da⸗ von einnehmen ließ. Er verſprach ihr abermals, daß der naͤchſte Tag der letzte des Prinzen ſein ſolle.

Aber am folgenden Morgen, als er nach aufgeho⸗ bener Reichsverſammlung dem Scharfrichter befahl, den Prinzen Nurgehan vorzufuͤhren, trat der ſiebente Veſyr an die Stufen des Throns, und flehte den Koͤnig an, ihm noch fuͤr dieſen Tag das Leben des Prinzen zu gewaͤhren.

Aber wenn ich deinen Bitten nachgebe, Veſyr, erwiederte ihm Hafikin,ſo wird die Sultaninn mir ſo⸗ gleich von neuem Vorwuͤrfe machen.

Ach, Herr! verſetzte der Miniſter,iſt es moͤg⸗ lich, daß dir die Glaubwuͤrdigkeit der Fuͤrſtinn nicht verdaͤchtig wird? Wollte Gott, daß ihre Liebe zu dir