282 672. Tag.
demnach ſeine Weiſungen, um ſo leichter, als bald darauf durch den Tod ihres Vaters das Reich Karism in ihre Gewalt kam. Der aͤlteſte Sultan ließ in allen Staͤdten ſeines Reiches praͤchtige Palaͤſte bauen: aber dieß konnte nicht geſchehen, ohne ſeine Voͤlker zu druͤcken und mit Auflagen zu uͤberladen, und er war dadurch weder gluͤcklicher, noch ruhmreicher, weil man ſeine uͤbel angewandte Pracht und ſeine Wuth verſpottete, ſich uͤberall Denkmaͤler uͤber ſeinen Reichthum und uͤber ſeine Kraͤfte hinaus zu errichten.
Der zweite Sultan, der jung und lebhaft war, befolgte ebenfalls die Lehre des Santons, anfangs mit großem Vergnuͤgen, bald mit Unluſt, endlich mit Wi⸗ derwillen; und nach Verlauf von zwei Jahren ſah er ſich von mehr als ſiebenhundert Sultaninnen und einer großen Menge Kinder umgeben, welche ihn mehr be⸗ laͤſtigten, als vergnuͤgten.
Der dritte Sultan verleidete ſich bald nicht min⸗ der die weichlichen Gerichte, auf welche er ſich be⸗ ſchraͤnken mußte: ihn geluͤſtete nach Salz, Pfeffer und Ingwer, er wagte jedoch nicht, aus Ehrfurcht vor dem Santon, dergleichen zu genießen. Endlich war durch dieſe unſchmackhaften Nahrungsmittel ſein Magen ſo geſchwaͤcht, daß ſeine Geſundheit darunter litt.
Die drei Prinzen erkannten nun, daß die Vor⸗ ſchriften des frommen Mannes ihnen durchaus nicht


