Teil eines Werkes 
10. Bd. (1829)
Entstehung
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278 671. Tag.

der ſeinem Zorne Zaum und Gebiß anlegt, und der ſeinem Feinde verzeihet, welchen er verderben kann. Am Tage des Weltgerichts wird er mitten durch alle Auferſtandenen eine Stimme vernehmen, die zu ihm ſpricht:O mein Diener! weil du ſo gut deine Lei⸗ denſchaften zu baͤndigen wußteſt, ſo magſt du dir un⸗ ter allen dieſen Huri's diejenige auswaͤhlen, welche dir am meiſten gefaͤllt, ich gebe ſie dir zum Lohne. Man ſagt noch, o Herr, beſchloß der Veſyr ſeine Rede,daß an dieſem ſelben Tage ein Herold ausrufen wird:Nie⸗ mand erhebe ſich, als wer ſeinen Feinden verziehen hat!

Der Koͤnig von Perſien war durch dieſe Rede in⸗ nig bewegt, und beſchloß, den Tod des Prinzen ſeines Sohnes noch aufzuſchieben.

Nach der Rathsverſammlung erluſtigte er ſich mit der Jagd, und als er am Abend heim kam, ſpeiſte er mit der Koͤniginn ſeiner Gemahlinn, welche ihm abermals Vorwuͤrfe machte, daß er dem Prinzen noch nicht habe den Kopf abſchlagen laßen.

Meine Liebe, erwiederte ihr Haͤfikin,einer von meinen Veſyren hat mir eine Geſchichte erzaͤhlt, nach welcher ich fuͤrchte, den Zorn des Himmels gegen mich zu reizen, wenn ich meinen Sohn toͤdten laße.