Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Korb. 5¹⁵

der ſchoͤnen Sahidé bringe; es iſt eine Enthaltſamkeit, die ich mir auferlege; wir wollen ſehen, was ſie dazu ſagen wird. Nein, und wenn hundert Tieger morgen bei mir vorbei kaͤmen, ich wuͤrde nicht einen davon toͤdten, darauf ſchwoͤre ich; das iſt ein Vorſatz, der ſie ſo wohl von meiner Liebe, als von der Kraft einer Verſuchung zu widerſtehen, uͤberzeugen wird.

Waͤhrend der Koͤnig dieſe Anſtalten machte, fan⸗ den die Prinzeſſinnen Mittel, jemand zu gewinnen, der den Koͤnig auf die Jagd begleitete, und ihre Auftraͤge ausrichten ſollte; ihr beider Vortheil war zu innig ver⸗ flochten, als daß ſie nicht gemeinſchaftliche Sache ſoll⸗ ten gemacht haben. Sahidé war einen Theil der Nacht

hindurch beſchaͤftigt, dasjenige vorzubereiten, was jener Vertraute, der des Landes vollkommen kundig war, ihr verſprach, den Koͤnig antreffen zu laßen. Hierauf legten ſich die Prinzeſſinnen zur Ruhe, und erwarteten die Ruͤckkehr Badanaſers.

Frohlockend kam er heim, und ſagte zu der Schwe⸗ ſter Kemßerai's:

Du behaupteſt alſo, ſchoͤne Sahidé, daß man nicht enthaltſam ſein kann? Wahrlich, heute habe ich's bewieſen, ich habe mich, dir zu gefallen, auf eine der langweiligſten Jagden beſchraͤnkt. Ich meine, man ſoll mich ſobald nicht wieder dabei betreffen.

Du biſt alſo mit dir ſelber zufrieden? verſetzte Sahidé:laß doch ſehen, was du vollbracht haſt?