Der Korb. 311
„So verbiete ich,“ fuhr ſie fort,„von dieſem Augenblick an die naͤchtlichen Feſte in dem Garten, und will nicht, daß der Korb noch fuͤrder Fremdlinge herbei hole.“
„Ich muß dich erinnern,“ erwiederte der Koͤnig, „daß alles, was du verbieteſt, den Geiſterkoͤnig an⸗ geht; du magſt ſelber mit ihm ſprechen,“ fuͤgte er hinzu,„ich kann ihn leicht herbei rufen: alles was ich in dieſer Sache thun kann, beſteht darin, daß ich meine Bitten mit den deinigen vereinige.— Aber meine Schweſter,“ fuhr er fort,„ſoll ſie ſich denn nie vermaͤhlen?“
„Warum denn nicht du verſetzte Sahidé.
„Das Geſetz gebietet mir,“ unterbrach ſie der Koͤnig,„den vom Schickſale fuͤr meine Schweſter be⸗ ſtimmten Gemahl in den von dem Geiſterkoͤnig einge⸗ richteten Gaͤrten pruͤfen zu laßen.“
„Jeder Eid, der ein unmoͤgliches Ding zum Gegenſtande hat, iſt nichtig,“ antwortete ihm Sahidé mit einem Ausdruck von Hoheit, welche den Koͤnig ganz in Erſtaunen ſetzte.„Ich will einen viel einfachern Eid ablegen, und einen den ich gewiſſen⸗ haft halten will,“ fuhr ſie fort.„Du liebſt mich, Herr?“ ſagte ſie mit Beſcheidenheit.„Wohlan, ich gelobe, mich mit dir zu vermaͤhlen, wenn du dich aus Liebe zu mir drei Tage lang einer Sache enthalten kannſt,


