Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
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Der Korb. 283

ungluͤcklich geweſen: du biſt der erſte, der mir einen Vorzug gegeben hat, welchen ich nicht ſo grauſam zu finden gedachte: ja, geliebter Sultan meines Herzens, er wird das Ungluͤck meines Lebens machen. Eine ge⸗ heime Ahndung hatte mich bisher bewahrt, darnach zu verlangen: du aber haſt beim erſten Anblick den Wunſch deſſelben in mir erzeugt. Ich ſchmachtete, deine ſchoͤ⸗ nen Augen zu kuͤſſen, ich ſehnte mich, dich zu umar⸗ men, mich nimmer von dir zu trennen. Die Roſen im Garten meines Lebens ſind noch nicht verwelkt; du geſteheſt es ſelbſt: warum denn, du Grauſamer, behandelſt du mich mit ſolcher Haͤrte? Was werden meine Gefaͤhrtinnen ſagen? Wie werde ich vor ihnen erſcheinen koͤnnen, wenn ſie die Schmach erfahren, womit du mich uͤberhaͤufſt? Ich waͤre gluͤcklicher ge⸗ weſen, wenn ich nicht gewaͤhlt worden,“ fuͤgte ſie hinzu, in Thraͤnen zerfließend.

„Troͤſte dich, meine theure Muna,“ erwiederte Sahidé mit unbeſchreiblicher Freundlichkeit,„ich kann mich noch nicht entſchließen, dich zu verlaßen; bekenne deinen Geſpielen, daß ich ſterblich in die Prinzeſſinn verliebt bin; deine Eitelkeit wird dadurch um ſo weni⸗ ger gekraͤnkt werden. Uebrigens verſpreche ich dir, Zaͤrtlichkeit mit Zaͤrtlichkeit zu vergelten, wenn du mir einen wichtigen Dienſt leiſten willſt.“

„Was thaͤte ich nicht, um deine Gunſt zu verdie⸗ nen?“ antwortete ihr Muna mit Thraͤnen der Zaͤrtlichkeit.