Yarab, der Richter. 21
Durchdrungen von der Gnade, welche der Allmaͤchtige mir erwieſen hatte, konnte ich mich nicht enthalten, ihm fuͤr ſeine Guͤte zu danken. Das ſchoͤne Fraͤulein hatte mich bei dieſer Handlung belauſcht, und ſagte zu mir:
„Du wirſt auf Erden nie gluͤcklich werden, und biſt auch nicht geeignet, bei uns zu wohnen: demnach rathe ich dir, hier nicht laͤnger zu verweilen. Aber,“ fuͤgte ſie hinzu,„wenn du mir wenigſtens einen Ge⸗ fallen thun willſt, ſo erzaͤhle mir alles, was dir begeg⸗ net iſt.“
„Ich war bereit dazu, und bemerkte, daß mehrere
Stellen meiner Erzaͤhlung ſie geruͤhrt hatten. Ich wollte
dieß benutzen, um ſie zur Anbetung des wahren Got⸗ tes zurüͤck zu fuͤhren. Sie raͤumte alles ein, was ich ihr ſagte: aber ſie konnte ſich von den Luͤſten nicht losreißen. Ich bat ſie nun, ihrerſeits mir etwas von ihrer Geſchichte mitzutheilen; und ſie hatte die Gefaͤllig⸗ keit mir Folgendes zu erzaͤhlen:
Fuͤnfhundert und vier und zwanzigſter Tag.
„Ich bin die Tochter eines großen Koͤnigs von Indien; ſeit einem Jahre bin ich von ſeinem Hof entfuͤhrt worden, durch einen Geiſt, der, allem Anſcheine nach, derſelbe iſt, welcher ſich in einen Adler verwan⸗


