274 383. Tag.
„Du biſt ja ungewaffnet,“ erwiederte das Unge⸗ heuer,„und haſt kein Streitroß.“
„Du verſtehſt dich nicht darauf,“ entgegnete der Prinz:„mein Turban iſt mein Helm; mein Schwert dient mir zum Harniſch und zum Schilde; und ich be⸗
darf keines Roſſes. Moͤge dein Herr es wagen, mich
anzugreifen! ich fordre ihn und ſeine ganze Macht auf einmal heraus.“ Dieſe Botſchaft wurde uͤberbracht, und Rakaſchik
ward wuͤthend. Bedeckt mit ſeinen Schuppen, ſprengte
er auf ſeinem furchtbaren Seepferde, deſſen ſchwerfaͤlli⸗ ges Galopp eine Staubwolke vor ihm aufregte, nach dem Geſtade, und erblickte den Helden.
„Veraͤchtliches Gezuͤcht Adams!“ ſprach er zu ihm, „niedriger Knecht Mahomeds! du biſt ſehr vermeſſen, weil du nicht, wie das uͤbrige Gewuͤrm am Boden kriechſt, ſondern dich drei Ellen uͤber den Koth erhebſt, aus wel⸗
chem du gebildet biſt! Du wagſt es, den maͤchtigen Geiſt Rakaſchik zu ſchmaͤhen und ihm zu trotzen? So
nimm denn die Strafe deiner Tollkuͤhnheit.“
Und zu gleicher Zeit ſpornte er ſein Roß gegen Habib an, und ſchwang die furchtbare Lanze, ihn damit zu durchbohren.
Der junge Held zuckte ſein Schwert, und die Lanze
ſeines Gegners flog in Stuͤcken davon, bevor ihr Stoß
ihn erreichte: die Gewalt der Erſchuͤtterung laͤhmte den Arm des Ungethuͤms, ſein Roß baͤumte ſich, es ge⸗


