Simuſtapha und Ilſetilſone. 357
geſchmuͤcktes Band, uͤber welchen ein Diamant blen⸗
dend hervorſtrahlte; auf der Faſſung dieſes Diamants ſtanden folgende Worte eingegraben:
„Geſchenk des Chalyfen Harun⸗Alraſchid an
ſeinen geliebten Simuſtapha, Sohn ſeines Bru⸗ ders Hilmar, des großen Koͤnigs von Indien.“
Welche Entdeckung fuͤr die zaͤrtliche Ilſetilſone! Wenn ihre Liebe auch keiner Erhdhung faͤhig war, ſo ward ſie nun doch ſtolz auf ihre Wahl; Hoheit und Ehre vollendeten ein Gluͤck, welches nur von der Liebe abzuhangen ſchien.
Simuſtapha ſeinerſeits genoß des Vergnuͤgens, ſie ſo uͤberraſchend aus einer Taͤuſchung gezogen zu haben, welche ſeine Verkleidung zu beſtaͤtigen ſchien.
„Aber warum,“ fragte ſie jetzt,„habt ihr euch zu dem Stande herabgelaßen, in welchem ihr hier in Bagdad erſcheint?“
„Die Liebe ſoll euch davon Rechenſchaft geben,“ antwortete der Prinz;„gegenwaͤrtig,“ fuͤgte er hinzu, „duͤrfen wir nur noch die himmliſchen Weſen zu Zeu⸗ gen unſrer Vereinigung anrufen, bis unſere Aeltern ſie durch ihre Zuſtimmung beſtaͤtigen.“
„Moͤgen Mahomed, die Geſtirne, und der Stern der ſieben Meere,“ ſprachen beide zugleich, indem ſie die Arme uͤber die Bruſt kreuzten,„die Buͤrgen unſe⸗ rer Eide ſein! Moͤge euer himmliſcher Einfluß ſich von uns abwenden, wenn wir jemals die heiligen


