Simuſtapha und Ilſetilſone. 347
das Geſchenk, welches meine Freundſchaft dir hinterlaͤßt, dir hoͤchſt verderblich werden.“
„O mein theurer Benalab!“ ſagte Muſtapha, nachdem er dieſe Schrift mit Aufmerkſamkeit geleſen hatte, „dein Schuͤler erkennt den ganzen Werth der Guͤtigkeit, welche dich fuͤr ihn beſeelte, indem du ihm dieſen koſtbaren Schatz und dieſe weiſe Vorſchrift hinterließeſt. Als die Flammen der Liebe mein Herz ergriffen hatten, und ich auf Gefahr meines Lebens alle Hinderniſſe beſiegen wollte, da kamſt du mir zu Huͤlfe, mein wuͤrdiger Lehrer! Ich verdanke dir das Gluͤck meiner Tage, du haſt mich dem Gegenſtande meiner Liebe genaͤhert, und ohne dich wuͤrden noch immer unzugaͤngliche Mauern mich davon trennen; waͤre ich in ſie eingedrungen, ſo haͤtte ich das Geſetz des Propheten verletzt, und meine Geliebte verloren, ohne Hoffnung, jemals un⸗ ſere Herzen zu vereinigen.
Bisher, mein theurer Benalab, hat dein Geiſt meinen Lebenswandel geleitet; deine Ausſpruͤche ſind meine Vorſchrift geweſen: ſteh deinem Freunde jetzt auch bei; lenke den gefaͤhrlichen Verſuch, den ich nun machen will. Ich ſoll ſchwere Pruͤfungen beſtehen: aber, o mein weiſer Freund! derjenige, der leiden⸗ ſchaftlich entbrannt fuͤr das ſchoͤnſte Meiſterſtuͤck der
atur, ſich zu beſiegen und ſich ſelber in ſeiner Liebe zu ehren vermocht hat, iſt doch wohl einiges Ver⸗ trauens wurdig. Seine Maͤßigung und ſein Gluͤck


