Teil eines Werkes 
5. Bd. (1827)
Entstehung
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Die unbekannte Dame. 11

Zellen zu treten, um ſo wie ſeine beiden Gefaͤhrten, eine beſondere Unterhaltung anzuknuͤpfen.

Er kam an ein Gemach, welches ihm groͤßer und beſſer eingerichtet ſchien, als die uͤbrigen. Ein junger Mann von eben ſo ſanfter als einnehmender Bildung, ſaß darin auf einem Sopha, und ſchien in Schwer⸗ muth verſunken: in der Hand hielt er den Koran.

Der Chalyf trat naͤher, begruͤßte ihn, und redete ihn mit dem liebreichen und vertraulichen Ton an, welchen das Derviſchkleid berechtigte anzunehmen:.

Ei! ſchoͤner junger Mann, ſagte er zu ihm, warum finde ich hier unter den Wahnſinnigen einen ſo verſtaͤndigen Menſchen, wie ihr zu ſein ſcheint?

Auf dieſe Frage machte der junge Mann ſein Buch zu, erhub beſcheiden die Augen, betrachtete den Der⸗ viſch, und antwortete ihm:

Nicht alle Handlungen meines Lebens ſind ver⸗ ſtaͤndig geweſen: ich habe Anlaß gegeben zu dem Mis⸗ brauche, welchen man jetzo von der Gewalt macht, mich hier feſtzuhalten.

Und koͤnnte ich nicht, ſagte hierauf der Derviſch, eure Geſchichte von euch vernehmen, da ihr ſo gut im Stande ſcheinet, ſie zu erzaͤhlen?

Frommer Derviſch, antwortete der junge Mann, wenn ihr der Chalyf waͤret, ſo wuͤrde ich euch auf⸗ fordern, euch bei mir niederzulaßen, und euch mein Herz oͤffnen. Taͤglich bitte ich Gott, mir dieſen