Teil eines Werkes 
5. Bd. (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die unbekannte Dame. 9

Wenn du Mahomed biſt, ſagte er zu dem alten Narren,wer hat dich denn an einen Ort verſetzen koͤnnen, wie dieſer hier iſt?

Mein undankbares Volk, antwortete der vorgeb⸗ liche Prophet,hat nicht an mich glauben wollen, und das hat mich gekraͤnkt, ohne mich zu verwun⸗ dern; es glaubt ja faſt nicht einmal an Gott.

Aber, fuhr Giafar fort,ein Prophet bewaͤhrt ſeine Sendung durch Wunder: warum haſt du nicht auch dergleichen gethan?

Mein Volk, erwiederte der vermeintliche Pro⸗ phet,haͤtte dergleichen von mir fordern ſollen: aber es fuͤrchtet, uͤberzeugt zu werden, und will lieber in ſeinem Unglauben beharren.

Du kannſt alſo Wunder thun? fragte Giafar.

Zweifelſt du daran, daß Mahomed es koͤnne?

So thu doch auf der Stelle eins.

Es ſoll dir nicht verſagt ſein. Beſteig auf dieſer aͤußern Treppe die Zinne dieſes Minaretthurms, ſtuͤrze dich ohne Bedenken von oben herab: und wenn du auch in tauſend Stuͤcken zerſchmettert am Boden laͤ⸗ geſt, dennoch will ich durch Ein Wort dich wieder auferſtehen laßen, gerader und geſunder, als du jetzo biſt.

Ah! ſagte Giafar, indem er ſich zuruͤckzog, nich will dich lieber ſo fuͤr einen Propheten halten, als dich bemuͤhen, es zu beweiſen.