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Der Sohn Kebals. 375
bals oͤffnet, und vor ihr ſteht ein Juͤngling, ſchoͤner als der Liebesgott, der ihr von Seiten ihres Vaters einen Brief uͤberreicht. Ungeduldig erbricht ſie den Brief: aber welches Entſetzen ergreift ſie, als ſie folgende Worte lieſt:
„Der dir dieſen Brief uͤberbringt, iſt mein groͤßter Feind: ich ſende ihn dir, damit du ihn umbringen laſſeſt; ich fordere von dir dieſen Beweis deiner Zaͤrt⸗ lichkeit.“
Zweihundert und vier und funfzigſter Tag. Die Tochter Kebals, weit entfernt ihrem Vater zu
gleichen, hatte ein edles und gefuͤhlvolles Herz; ſie
betrachtete den Ueberbringer des Briefes aufmerkſamer,
retten, der ihr in einem Augenblick ſo theuer gewor⸗ den war, und ihn zugleich fuͤr immer mit ſich zu ver⸗ binden: ſie ſchrieb mit den nachgeahmten Zuͤgen ihres
„Der euch dieſen Brief uͤberbringt, iſt mir theurer, als ein Sohn; betrachtet ihn als mein anderes Selbſt; uͤbergebet ihm die Verwaltung aller meiner
Guͤter, und verheirathet ihn mit meiner Tochter Me⸗ lahié.“.


