Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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Die Veſyrs⸗Dochter. 365

ihn erhoͤren wollte, und beſchwur ihn nur, ſein Gluͤck noch bis auf die Nacht zu verſchieben.

Ich habe einen Einfall, ſprach die Veſyrstochter zu ihm, welcher, ſo wunderlich er iſt, doch zu eurer und meiner Ruhe beitragen kann. Niemand weiß hier um meine Ankunft: leihet mir eins von euren Klei⸗ dern, und gebet mich fuͤr einen von euren Verwand⸗ ten aus, der aus fremden Laͤndern heimkoͤmmt. Da man ſo mein Geſchlecht nicht ahnden wird, ſo habt ihr keinen Nebenbuhler zu befuͤrchten.

Der entzuͤckte Ritter gab ihr willig ein Manns⸗ Kleid. Als ſie ſich darin verkleidet hatte, fuͤgte ſie hinzu:

3,3ch will euch auch beweiſen, daß ich das Ge⸗ ſchlecht nicht Luͤgen ſtrafe, unter welchem ich vor eu⸗ ren Augen erſcheine, und daß wenig Maͤnner mir an Geſchicklichkeit ein Roß zu lenken gleich kommen.

So ſpricht ſie, und zugleich ſchwingt ſie ſich mit Leichtigkeit auf das Roß des Ritters, laͤßt es verſchie⸗ dene Spruͤnge machen, und waͤhrend er ihre Geſchick⸗ lichkeit bewundert, entfernt ſie ſich allmaͤhlich, druͤckt endlich dem Roſſe die Sporen in die Seite, ſprengt in vollem Galopp davon, und verſchwindet wie ein Blitz vor den Augen des ganz verdutzten Ritters. Die Furcht, verfolgt zu werden, trieb ſie, den ganzen uͤbrigen Tag und die ganze Nacht hindurch zu reiten, ohne eine beſtimmte Richtung zu halten.