Teil eines Werkes 
4. Bd. (1827)
Entstehung
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8 Die Veſyrs⸗Tochter. 363

ſchauderte vor der Gefahr, welche ihr drohte. Zu eng bewacht, um die Flucht zu ergreifen faßte ſie den Entſchluß, ſich in das Meer zu ſtuͤrzen, welches die Mauern des Hauſes beſpuͤlte. Sie achtete ihr Leben gering, wenn ſie nur ihre Ehre retten konnte. Um dieſen Vorſatz auszufuͤhren, mußte ſie den zudringli⸗ chen Juden entfernen; ſie ſtellte ſich, als wenn ſie bewilligte, was er von ihrer Gefaͤlligkeit verlangte, forderte aber, daß er zuvor ins Bad ginge, ſich zu waſchen.

Der Jude geht hin, Ghuͤlnas oͤffnet das Fenſter, und ſtuͤrzt ſich unerſchrocken ins Meer hinab. Drei Bruͤder, die in der Naͤhe fiſchten, erblickten ſie, wie ſie mit den Wellen kaͤmpfte. Da ſie gewandte Schwimmer waren, ergreifen ſie ſie bei den Kleidern, bringen ſie in ihr Book, und rudern nach einer Wieſe auf der andern Seite der Stadt.

Die Veſyrstochter, nachdem ſie durch die Bemuͤ⸗ hungen ihrer Retter, wieder ins Leben zuruͤckgerufen war, ſah ſich bald einer noch ſchrecklichern Gefahr ausgeſetzt. Ihre ungemeine Schoͤnheit machte den lebhafteſten Eindruck auf die drei Bruͤder; ein heftiger Streit erhub ſich unter ihnen, und jeder von ihnen

verlangte, ſie zu beſitzen. Sie ſtanden im Begriff daruͤber handgemein zu werden, als der Zufall einen jungen Ritter in ihre