Séyfel Muͤluk. 295
Handelsſchiffe nach Surate. Von Surate begaben wir uns nach Goa, wo wir bei unſrer Ankunft ver⸗ nahmen, daß in wenigen Tagen ein Schiff unter Se⸗ gel gehen wuͤrde, welches die Fahrt nach Serendib machte. Wir benutzten die Gelegenheit, und verlie⸗ ßen Goa mit ſo guͤnſtigem Winde, daß wir am erſten Tag weit vorwaͤrts kamen; aber ſchon am zweiten Tage drehte ſich der Wind, und es erhub ſich ein ſo heftiger Sturm, daß die Matroſen unſern Untergang fuͤr unvermeidlich hielten, und das Schiff dem Winde und den Wellen preis gaben. Bald thaten die Wogen ſich auf, als wenn ſie uns verſchlingen wollten, und zeigten unſeren erſchrockenen Blicken grauenvolle Ab⸗ gruͤnde; bald empoͤrten ſie ſich und ſchleuderten uns bis an die Wolken. Lange waren wir das Spiel der Wellen; aber, was uns allen unerwartet war, und uns ein Wunder ſchien, wir litten nicht Schiffbruch. Wir gelangten an eine Inſel in der Nachbarſchaft der Maldiven, und legten dort an.
Dieſe Inſel hatte geringen Umfang und ſchien uns dde. Wir entſchloſſen uns ans Land zu gehen, und uns nach einem Walde zu begeben, welchen wir mit⸗ ten auf der Inſel ſahen, als ein alter Matroſe, wel⸗ cher die Kuͤſten von Indien haͤufig befahren hatte, uns ſagte, daß dieſe Inſel von ſchwarzen Goͤtzendie⸗ nern bewohnt waͤre, welche eine Schlange anbeteten, der ſie alle Fremdlinge zu verſchlingen gaͤben, welche


