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Kalaf und Turandokt. 3
nachdem er vorgelaßen war, erklaͤrte, daß ſein Herr fuͤr die Zukunft eine jaͤhrliche Abgabe von den Nogais⸗ Tataren forderte; wo nicht, ſo wuͤrde er ſelber mit zweimal hunderttauſend Mann kommen, ſie dazu zu zwingen, und ihrem Fuͤrſten Krone und Leben zu neh⸗ men, zur Strafe, daß er nicht gutwillig ſich unter⸗ worfen haͤtte.
Der Chan verſammelte deswegen ſeinen Rath. Man uͤberlegte, ob man lieber die Abgabe bezahlen, als mit einem ſo maͤchtigen Feinde deshalb handgemein werden, oder ob man ſeine Drohungen verachten ſollte. Kalaf, und die meiſten, die an der Berathung theilnahmen, waren dieſer letzten Meinung, dergeſtalt, daß der Geſandte mit abſchlaͤgiger Antwort heimgeſchickt wurde.
Hierauf ſandte man Abgeordnete zu den benach⸗ barten Voͤlkern, um ihnen vorzuſtellen, wie wichtig es fuͤr ſie waͤre, ſich mit dem Chan gegen den Sultan von Karisme zu vereinigen, deſſen ausſchweifender Ehrgeiz nicht ermangeln wuͤrde auch von ihnen dieſelbe Abgabe zu fordern. Den Abgeordneten gelangen ihre Unterhandlungen, die Nachbarvoͤlker, unter andern die Circaſſier,*) verſprachen, ſich mit dem Chan zu
*) Das durch ſeine Schönheit berühmte Volk, nördlich am Kaukaſus zwiſchen dem Don und der Wolga.


