Tauſend und Ein Tag.
Dieſe Rede vermehrte das Erſtaunen des Koͤnigs, der nicht begriff, wie dieſer Traum die Prinzeſſinn in eine ſolche Stimmung verſetzen konnte.
„Wohlan, meine gute Säͤtluͤmeme,“ ſagte er zu der Amme,„was thun wir, um das Mistrauen zu zerſtreuen, womit die Einbildung meiner Tochter ſich gegen die Maͤnner gewaffnet hat? Glaubſt du, daß wir ſie noch zu Vernunft bringen koͤnnen?“
„Herr,“ antwortete ſie,„wenn Euer Majeſtaͤt mir dieſe Sorge uͤberlaſſen will, ſo verzweifle ich nicht, mich derſelben gluͤcklich zu entledigen.“
„Wohl, und wie willſt du dabei zu Werke gehen?“ fuhr Togruͤl⸗Bey fort.
„Ich weiß,“ erwiederte die Amme,„eine Unzahl anziehender Geſchichten, deren Erzaͤhlung, waͤhrend ſie die Prinzeſſinn ergetzt, ihr zugleich ihr boͤſes Vor⸗ urtheil gegen die Maͤnner benehmen kann. Indem ich ihr zeige, daß es treue Liebhaber gegeben hat, werde ich ſie ohne Zweifel unvermerkt uͤberreden, daß es noch dergleichen gibt. Kurz, Herr,“ fuͤgte ſie hinzu, „laßt mich nur ihren Irrthum bekaͤmpfen; ich ſchmeichle mir, ihn zerſtreuen zu koͤnnen.“
Der Koͤnig genehmigte das Vorhaben der Amme, welche nunmehr nur darauf dachte, einen gluͤcklichen Augenblick zur Ausfuͤhrung zu finden.
Da die Prinzeſſinn gewoͤhnlich den Nachmittag bei
dem Koͤnige, dem Prinzen von Kaſchemir und allen


