Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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Tauſend und Ein Tag.

einfloͤßte, welche ſie anzublicken wagten; aber dieſe Liebe ward ihnen verderblich, denn die meiſten verlo⸗ ren dadurch ihren Verſtand, oder verſanken in eine Sehnſucht, welche ſie unmerklich aufzehrte.

Wenn ſie den Palaſt verließ, um auf die Jagd zu gehen, war ſie ohne Schleier. Das Volk folgte ihr haufenweiſe und bezeugte ihr durch Ausrufungen ſeine Freude uͤber ihren Anblick. Sie beſtieg gewoͤhnlich ein weißes, rothgeflecktes Tartarroß, und ritt in der Mitte von hundert praͤchtig gekleideten Sklavinnen auf ſchwar⸗ zen Pferden. Dieſe Sklavinnen waren auch ohne Schleier; aber, obwohl ſie faſt alle von großer Schoͤn⸗ heit waren, doch zog ihre Herrinn allein aller Blicke auf ſich. Jeder draͤngte ſich in ihre Naͤhe, trotz der zahlreichen Wache, welche ſie umgab. Vergeblich hat⸗ ten die Soldaten den Saͤbel in der Hand, um das Volk zuruͤckzuhalten; ja ſie mochten ſelbſt die allzu Ungeſtuͤmen ſchlagen und toͤdten, dennoch fanden ſich immer wieder Ungluͤckliche, welche, weit entfernt ein ſo klaͤgliches Schickſal zu fuͤrchten, vielmehr ein Ver⸗ gnuͤgen darin zu finden ſchienen, vor den Augen der Prinzeſſinn zu ſterben.

Der Koͤnig, geruͤhrt von dem Ungluͤcke, welches die Reize ſeiner Tochter anrichteten, beſchloß, ſie den Blicken der Maͤnner zu entziehen. Er verbot ihr, den Palaſt zu verlaßen, ſo daß das Volk ſie nicht mehr ah.