Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Auf den Kaiſerpaläſten. 219

rief der Tannhäuſer mit dem herzlichſten Tone der Stimme und zog Franceska ſanft an ſich, die ihre blühende Wange mit verſchämtem Blicke an ſein Haupt drückte.

Recitir' Einer nur eine Zeile vom alten Tannhäuſer, rief laut lachend der kleine Maler, ſo hinkt gewiß was vom Uebel herbei. Ich hab' das ſchon ſo oft erfahren, daß ich mir feſt vornahm, von jetzt an die ganze ſchauerliche Sage zu vergeſſen. Da kommt das Uebel.

Il vecchio Signor conte! meldete der Gärtner der kleinen Villa, wobei er von der Seite der Roſenbüſche in die Veranda hereinblickte. Ihm folgte in der That auch auf dem Fuße der vecchio conte. Und wirklich, er war recht alt geworden, der alte freundliche Herr; ſo ungern er auch die lang entſchwundene Jugendzeit aufgeben zu wollen ſchien, von manchen Emblemen derſelben konnte er ſich immer noch nicht trennen, obgleich ſie zum Uebrigen ſo gar nicht mehr paßten, ſo das dichte Haar ſeiner Perrücke und ſeine glänzenden Zähne. Er gab ſich recht Mühe, dieſem ſowie auch dem freundlichen Lächeln, das um ſeine eingefallenen Wangen jpiale, Gang und Halung an⸗ zupaſſen.

Aber es wollte nicht mehr gehen; ſeine ſchwachen Beine waren müde geworden beim Erſteigen des kleinen Hügels, auf welchem die Villa lag, und als ihm Wuif